JOHANN-PETER-ECKERMANN-REALSCHULE

WINSEN (LUHE)

Der Dichter Johann Peter Eckermann

 

Johann Peter Eckermann
Dichter und Vertrauter Goethes

* 21. September 1792 in Winsen (Luhe)
† 3. Dezember 1854 in Weimar

 


Den Namen Johann Peter Eckermanns führt unsere Schule seit 1929. Dass dies eine kluge Entscheidung war, zeigt ein Blick auf Eckermanns Leben.

Geboren am 21.9.1792 in ärmlichen Verhältnissen in Winsen (Luhe), wuchs Eckermann in der Winsener Altstadt im Bereich Schmiedestraße - Haselhorsthof - Runde Straße auf. Oft begleitete er als kleiner Junge seinen Vater, der hausierend durch die Elbmarsch und die nördliche Lüneburger Heide zog. Die kleinen Naturerlebnisse in der einsamen, herben, von einem weiten Horizont bestimmten Landschaft seiner norddeutschen Heimat faszinierten und prägten den jungen Menschen Eckermann für sein Leben. Sein spätes Gedicht > "Die Heimat" legt davon Zeugnis ab.

Zwar besuchte er die Schule nur unregelmäßig, was damals nicht ungewöhnlich war, doch fiel er bald einflussreichen Winsener Bürgern durch seine geistigen Fähigkeiten und künstlerischen Begabungen auf. Sie förderten den wissbegierigen, ehrgeizigen jungen Eckermann, sodass dieser mit Fleiß und Ausdauer sein Mal- und Zeichentalent pflegen, freiwillig Französisch und Latein lernen und Musikstunden nehmen konnte.

Der junge Eckermann durchlief allerlei > Stationen: Er war Amtsschreiber in Winsen (Luhe) und anderen Orten seiner norddeutschen Heimatregion (1808-1813), meldete sich als Kriegsfreiwilliger gegen das napoleonische Besatzungsheer (1813/14), besuchte in Hannover mit vierundzwanzig Jahren noch das Gymnasium und studierte, solange das Geld reichte, für kurze Zeit in Göttingen (1821).

Seinen Lebensinhalt fand er jedoch in der Poesie. Besonders die Werke Goethes beeindruckten ihn. Im Frühjahr 1823 suchte er sein großes Vorbild, den vierundsiebzigjährigen Goethe, in Weimar auf. Neben seiner eigenen dichterischen Tätigkeit übernahm er nun die Ordnung und Herausgabe der Werke Goethes. Überdies wurde er von diesem zum Herausgeber seines literarischen Nachlasses eingesetzt. Eckermann war jedoch nicht etwa der Sekretär Goethes, wie oft behauptet wird und wie immer noch auf der > Gedenktafel am sog. > "Eckermannhaus" in der Brauhausgasse 13 in Weimar zu lesen ist, sondern er wollte selbständig bleiben und handelte deshalb vollkommen unentgeltlich in einem reinen Gefälligkeitsverhältnis.

Im Jahre 1831 heiratete Eckermann seine Verlobte Johanna Bertram aus Hannover. Sie starb bereits im April 1834 kurz nach der Geburt des Sohnes Johann Friedrich Wolfgang, genannt > Karl, der später ein geachteter Kunstmaler wurde.

Vier Jahre nach Goethes Tod erschienen 1836 endlich Eckermanns berühmte > "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens", ein lange vorbereitetes, bis heute anerkanntes, in mehrere Sprachen übersetztes literarisches Werk. Zwei Jahre darauf veröffentlichte Eckermann seinen zweiten > Gedichtband, doch waren die Honorareinnahmen aus beiden Werken so gering, dass er davon nicht lange zehren konnte.

Krank und vereinsamt starb der Großherzogliche Hofrat Dr. phil. h.c. Johann Peter Eckermann am 3. Dezember 1854 in Weimar. Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach, in früher Kindheit ein Schüler Eckermanns, stiftete ihm eine prächtige > Grabsäule mit der Inschrift:

"Hier ruht Eckermann, Göthes Freund. [...]
Errichtet in dankbarer Erinnerung
seinem Lehrer
durch den Großherzog Carl Alexander".

 

Literaturhinweise und weitere Informationen
 

Einen Überblick über die an unserer Schule gepflegten Traditionen im Zusammenhang mit dem Namensgeber unserer Schule, Johann Peter Eckermann, bietet die Seite > Traditionen.

Eine umfangreiche und bebilderte Darstellung von Leben und Werk Eckermanns, darunter einen übersichtlichen tabellarischen Lebenslauf, findet man auf der Internetseite > http://home.arcor.de/j.p.eckermann.

Unter der Literatur aus neuerer Zeit zu Eckermann verdienen besondere Hervorhebung:

Gröll, Walter und Hagen, Günther, Johann Peter Eckermann, Leben und Werk. Zum 200. Geburtstag am 21.9.1992, Winsen (Luhe)
Hagen, Günther, Johann Peter Eckermann - von Winsen nach Weimar, Winsen (Luhe), 1991
Lüth, Erich, Johann Peter Eckermann zwischen Elbe, Heide und Weimar, Hamburg, 1981