JOHANN-PETER-ECKERMANN-REALSCHULE

WINSEN (LUHE)

Sehenswürdigkeiten

Historische Gebäude in Winsen an der Luhe
In Winsen (Luhe) gibt es einige alte und interessante Gebäude, die man als Einwohner wie als Gast der Stadt unbedingt besichtigen sollte. Zu Ihnen gehören das > Schloss, die > St.-Marien-Kirche, der > Marstall, das > Blaufärberhaus und das einstige > Stift St. Georg. Björn Esperling und Herr Hinkfoth haben dazu nachfolgend einiges Wissenswerte zusammengestellt. Weitere Informationen über "Winsen (Luhe) früher" enthält unsere Seite mit > historischen Daten Winsens.
 
Das Schloss
Das Schloss
Das Schloss zu Winsen (Luhe) wurde erstmalig im Jahre 1299 erwähnt. Wann es erbaut wurde und wie es am Anfang aussah, ist nicht überliefert. Sein früherer Nutzen lag vor allem darin, dass Herzöge aus der Umgebung es als Interimsresidenz nutzten. Herzog Otto der Strenge ließ das Schloss später gründlich ausbauen, weil es ihm außerordentlich gut gefiel. Gräben und Wälle ließ er außerdem anlegen. Diese Arbeiten waren im Jahr 1329 abgeschlossen. Von 1592 bis 1617 residierte > Herzogin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Dänemark und Witwe Herzog Wilhelms des Jüngeren, im Winsener Schloss. Sie ließ das alte Gebäude so herrichten, wie wir es heute kennen. An die Herzogin erinnern noch der Marstall, die Glocke auf dem Schlossturm sowie die Schlosskapelle. Diese liegt innerhalb der dicken Mauern des alten Gebäudes und wurde in den letzten Jahren restauriert. Nun wird sie für Sitzungen des Amtsgerichts, für kulturelle Veranstaltungen und auf Wunsch gelegentlich auch für standesamtliche Trauungen genutzt. Im Schlossturm befinden sich Museumsräume.
Herzogin Dorothea steht im Mittelpunkt einer informativen Seite unseres Wahlpflichtkurses "Kunst" Klasse 10 (2004/05) (> hier).
 
Der Marstall
Der Marstall
Das heutige Gebäude der Winsener Stadtbücherei, das in der Nähe des Schlosses und der Kirche liegt, wurde 1599 errichtet und früher als Pferdestall und Kornspeicher genutzt. Neben der Bücherei sind heute in dem Gebäude ein Museum über die Winsener Geschichte und über Johann Peter Eckermann sowie ein Café untergebracht.
 
Die Marienkirche
St. Marien
Das Zentrum der Stadt Winsen (Luhe) wird geprägt von der St.-Marien-Kirche. Ihren 62 Meter hohen Turm kann man schon über weite Entfernung hinweg aus Marsch und Geest erkennen. Erbaut wurde die ursprüngliche Kirche im 12. Jahrhundert als Kapelle. Zwischen 1406 und ca. 1438 entstand dann das zweischiffige gotische Backsteingebäude, und zwar zunächst ohne den heutigen Backsteinturm. Vielmehr stand neben dem Kirchenschiff ein hoher hölzerner Glockenturm, der, wie schon in den Jahren 1585 und 1627, im Jahre 1822 abermals abbrannte. Erst 1897/98 wurde er durch den heutigen Kirchturm ersetzt. In der Zwischenzeit krönte das hohe Kirchenschiff lediglich ein im Jahre 1837 errichteter türmchenartiger Dachreiter, welcher eigentlich für den maroden Dachstuhl viel zu schwer war und deshalb eine ständige Gefahrenquelle darstellte.
 
Das Blaufärberhaus
Blaufärberhaus
Entlang der Luhe hatten sich früher jene Handwerks- und Gewerbebetriebe niedergelassen, die auf das kräftig vorbeiströmende Wasser des Heideflüsschens angewiesen waren: Lohgerber, Blau- und Schönfärber, Schiffer und Schiffbauer. Auch ein Brauhof stand seit dem Anfang des 17. Jahrhunderts am Ufer der Luhe. Er wurde, sehr stark verfallen, 1972 abgerissen. Nur der Name der Brauhofstraße erinnert noch an ihn.
In der Luhestraße ist noch eines der wenigen alten Bürgerhäuser früherer Jahrhunderte erhalten, das Blaufärberhaus. Die meisten anderen der alten Gebäude fielen im Laufe der Jahrhunderte den häufigen Bränden in der Winsener Innenstadt zum Opfer. Das sehenswerte Blaufärberhaus wurde nach dem großen Brand im Jahre 1585 errichtet und 1988 aufwendig restauriert. Die Rosetten im Giebel der prachtvollen Fassade kennzeichnen es als typisch norddeutsche Variante eines Fachwerkhauses der Renaissance. Diese Art der Hausverzierung wurde in unseren nördlichen Bereichen nicht häufig verwendet; man findet sie vielmehr vor allem im südlichen und mittleren Niedersachsen und östlichen Westfalen. > Weiteres Foto
 
Das ehemalige Stift St. Georg
Figur am Stift St. Georg
Das Haus St. Georg (auch "Sanct Jürgen") war ursprünglich ein weit vor dem südlichen Winsener Stadttor gelegenes Anwesen zur Aufnahme von Aussätzigen (Leprakranken). Von ca. 1506 bis ca. 1910 diente das Stift als "Hospital", in dem Prövner versorgt und gepflegt wurden. Prövner waren pflegebedürftige Alte oder Kranke ordentlichen Rufes, die gegen eine nicht geringe Summe Bargeldes, die oft durch Verwandte aufgebracht werden musste, und Einlage ihrer gesamten Habe lebenslanges Wohnrecht und Pflege erhielten, sofern sie den Hausfrieden nicht nachhaltig störten. 1766 wurde das Gebäude vollkommen neu errichtet; der ansehnliche Fachwerkgiebel stammt aus dem Jahre 1902. Obwohl noch lange bewohnt, verfiel das Haus im Laufe der Zeit zusehends, konnte jedoch 1966 vor dem Abriss bewahrt und restauriert werden, um anschließend bis 1989 seine Verwendung als Museum zu finden. Seit 1993 wird es, ebenso wie die angrenzende Kapelle, von der Arbeiterwohlfahrt genutzt.

Ein besonderes Kleinod befindet sich in einer vorgesetzten Nische im Giebel dieser Winsener Sehenswürdigkeit: Wie seit dem 12. Jahrhundert häufig dargestellt, zeigt es als Figur den legendären Ritter St. Georg in der Pose des Drachentöters.  (Hkf)