JOHANN-PETER-ECKERMANN-REALSCHULE

WINSEN (LUHE)

Albert Einstein

Albert Einstein

 

Eine Textcollage zum "Einsteinjahr" 2005

 

1. Herkunft
Geboren: 14. März 1879 als erstes Kind der Eheleute Hermann und Pauline Einstein, geb. Koch, in Ulm
(Gestorben: 18. April 1955 in Princeton (New Jersey, USA))
 
Religion: Zu Hause jüdisch erzogen; ging in katholische Schulen; später nicht religiös
 
Eltern: Vater: Kaufmann Hermann Einstein
Mutter: Pauline Einstein, geb. Koch, Tochter aus gutem Hause
beide Eltern Juden
 
Geschwister: Maria, geb. 18.11.1881
 
Wohnorte (Kindheit): Ulm; 1880 - 1894 München
 

 

 
2. Werdegang

 

14.3.1879 Geburt in Ulm
 
1884 Privater Violinunterricht
 
1.10.1885 Eintritt in eine katholische Volksschule in München
 
1.10.1888 -
Dezember 1894
Luitpold-Gymnasium in München; er verlässt die Schule ohne Abschluss, um seiner Familie nach Mailand zu folgen.
 
Oktober 1895 Kantonschule Aarau, um Versäumtes nachzuholen
 
September 1896 Erfolgreiche Maturitätsprüfung (Abitur) mit gutem Notendurchschnitt. Besondere Leistungen in den Fächern Algebra, Physik, Geometrie
 
Oktober 1896 Beginn des Studiums am Eidgenössischen Polytechnikum (Eidgenössische Technische Hochschule) in Zürich
 
1896 Freiwillige Aufgabe der deutschen Staatsbürgerschaft aus Abneigung gegen die deutsche Mentalität
 
1896 - 1901 Staatenlos
 
Juli 1900 Erfolgreicher Abschluss des Studiums als Diplomfachlehrer
 
1901 Erfolglose Bewerbung um eine Assistentenstelle
 
1901 Schweizer Staatsbürgerschaft
 
1902 Anstellung als Experte III. Klasse beim Patentamt in Bern
 
1909 Anstellung an der Universität Zürich
 
1911 Professur an der deutschen Universität Prag
 
1912 Professur an der Universität Zürich
 
1914 Professur an der Universität Berlin; Einstein besitzt neben der Schweizer nun wieder die deutsche Staatsangehörigkeit
 
1916 Einstein wird Präsident der angesehenen Deutschen Physikalischen Gesellschaft und des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik; er dient als internationales Aushängeschild für den hohen Standard der deutschen Naturwissenschaften
 
seit 1920 häufige Aufenthalte in den USA; zunehmender Antisemitismus in Deutschland
 
1921 Erste Vorlesungen an der Universität Princeton (New Jersey, USA)
 
1932 Berufung an Hochschulen in den USA; nebenher weiter in Berlin tätig; kehrt jedoch von einer 1932 angetretenen USA-Reise nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten (30.1.1933) nie mehr nach Deutschland zurück
 
30.1.1933 Übernahme der Macht in Deutschland durch die Nationalsozialisten; Einstein legt aus Protest die deutsche Staatsbürgerschaft ab (er bleibt Schweizer) und gibt damit alle Ämter in Deutschland auf; er erklärt öffentlich, nie wieder deutschen Boden zu betreten. Endgültige Übersiedlung in die USA an die Universität Princeton
 
1940 Einstein wird amerikanischer Staatsbürger
 
1945 Eintritt in den Ruhestand
 
18.4.1955 Tod in Princeton (New Jersey, USA)
 

 

 
3. Ehen und Familie

 

Abrahim Pais, ein guter Bekannter Einsteins, sagte über ihn:
"Er war nicht bereit dazu, eine tiefgehende Bindung einzugehen. Er widmete seine Kreativität stets ausschließlich der Wissenschaft."

 

1902 Geburt einer unehelichen Tochter, Lieserl, die früh verstirbt
6.1.1903 Eheschließung mit seiner früheren Kommilitonin Mileva Maric
14.5.1904 Geburt des Sohnes Hans Albert in Bern
28.7.1910 Geburt des Sohnes Eduard in Zürich
1912 Ehekrise; Liebesbeziehung zu seiner Cousine Elsa Löwenthal
Februar 1919 Scheidung von Mileva Maric
Juni 1919 Eheschließung mit seiner Cousine Elsa Löwenthal
Oktober 1933 Übersiedlung nach Amerika
Dezember 1936 Tod seiner zweiten Frau Elsa
18.4.1955 Tod in Princeton (New Jersey, USA)
 
"[Meine Frau Mileva] ist eine unfreundliche, humorlose Kreatur, die selbst nichts vom Leben hat und anderer Freude am Leben durch ihre bloße Anwesenheit untergräbt."

"Kein Wunder, wenn unter diesen [miserablen häuslichen] Verhältnissen die Liebe zur Wissenschaft gedeiht, die mich aus dem Jammertal emporhebt in ruhige Sphären, unpersönlich und ohne Schimpfen und Jammern."

"Ehe ist doch Sklaverei in einem kulturellen Gewand."

"Was ich am meisten an [meinem Freunde Michele Besso] bewunderte, ist der Umstand, dass er es fertiggebracht hat, viele Jahre lang nicht nur in Frieden, sondern sogar in dauernder Konkordanz mit einer Frau zu leben - ein Unterfangen, an dem ich zweimal ziemlich schmählich gescheitert bin."

 

 
4. Wissenschaft

 

1905: Einsteins "annus mirabilis" ("Wunderjahr") mit der Veröffentlichung von fünf richtungsweisenden wissenschaftlichen Arbeiten (zwei Arbeiten zur Relativitätstheorie (E=mc²), über die Elektrodynamik bewegter Körper, die Brownsche Molekularbewegung, die Lichtquantentheorie)
1916: Veröffentlichung des Artikels über "Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie"
ab 1920 suchte Einstein bis zu seinem Tode nach einer "Weltformel" (Gravitation und Elektrodynamik)
1921 erhält er für seine Lichtquantentheorie den Nobelpreis
1939: Hinweis Einsteins an den amerikanischen Präsidenten Roosevelt auf die Möglichkeit der militärischen Nutzung einer Atombombe und die Gefahr einer solchen Waffe in deutscher Verfügungsgewalt
1948: Nach dem Schock über den Abwurf von Atombomben über Hiroshima und Nagasaki im Jahre 1945 appelliert Einstein an die Wissenschaftler und Ingenieure, mit ihrem Wissen verantwortungsvoll umzugehen und es nicht für Vernichtungszwecke zu nutzen.

 

E = mc²
Die Formel steht für das einsteinsche Gesetz über die Äquivalenz (Gleichwertigkeit) von Masse und Energie.
Es bedeuten: E - Energie, m - Masse, c - Lichtgeschwindigkeit
Die Formel gibt an, welche Menge an Energie im Idealfall aus der Umwandlung einer bestimmten Masse entsteht.


 

 
5. Die Atombombe

 

2.8.1939: Brief Leo Szilards, Edward Tellers und Einsteins an den amerikanischen Präsidenten Roosevelt mit dem Hinweis auf die Möglichkeit der Herstellung einer Atombombe und der Warnung vor dem verheerenden Potential dieser Waffe in deutscher Verfügungsgewalt.
November 1941: Die USA entwickeln heimlich die Atombombe ("Manhattan-Projekt"); Einstein wird daran nicht beteiligt, weil er als politisch unzuverlässig gilt.
1945: Nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki bekennt Einstein sich zu einer Mitschuld, obgleich er nicht an der Entwicklung der Bombe beteiligt war.

 

 
"Ich habe in meinem Leben einen großen Fehler gemacht - als ich den Brief an Präsident Roosevelt unterzeichnete, in dem ich mich für den Bau der Atombombe aussprach. Aber vielleicht kann man mir verzeihen, weil wir alle das Gefühl hatten, dass die Deutschen an diesem Problem arbeiten und Erfolg haben könnten und die Atombombe einsetzen würden, um die Herrenrasse zu werden."

 

 
6. Pazifismus

 

Einsteins Pazifismusbegriff
Ablehnung von Gewalt, ausgenommen, wenn man mit einem Gegner konfrontiert wird, der die Vernichtung von Leben als Ziel betreibt.

 

Aktives Eintreten gegen den Krieg
Einstein wirkte aktiv in vielen Friedensorganisationen mit, z.B. in der Kommission für geistige Zusammenarbeit (Vorläufer der UNESCO).

 

Mittel gegen den Krieg
Die Nationen müssen durch gemeinsame Aktionen den Krieg abschaffen und ihre Konflikte auf gesetzlicher Basis friedlich lösen. Kriege und Kriegsgefahr müssen radikal abgeschafft werden. Hierfür muss man arbeiten und entschlossen sein, sich nicht zu Handlungen zwingen zu lassen, die diesem Ziel zuwiderlaufen.

 

 
"Ich bin entschiedener, aber kein absoluter Pazifist."
"Mein Pazifismus ist instinktiver Natur - ein Gefühl, von dem ich besessen bin. Der Gedanke des Mordes an einem menschlichen Wesen erfüllt mich mit Abscheu. Meine Haltung ist nicht von intellektueller Theorie, sondern von einem tiefen Widerwillen gegenüber jeglicher Art von Grausamkeit und Hass motiviert."
"Wenn einer mit Vergnügen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon; er hat sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde."
"Das Ziel des Pazifismus ist nur durch eine übernationale Organisation erreichbar. Die bedingungslose Befürwortung dieses Zieles ist das Kriterium des wahren Pazifismus."

 

 

 
7. Verhältnis zu Deutschland und den Deutschen

 

1920: Einstein spielt mit dem Gedanken, Deutschland wegen des auch unter Naturwissenschaftlern zunehmenden Antisemitismus zu verlassen.
1921: öffentliche Morddrohungen gegen Einstein
Januar 1933: Emigration in die USA, weil es in Deutschland keine Freiheit mehr gibt; bezeichnete (das nationalsozialistische) Deutschland als "Barbarien".
Einstein stellt eine Mitschuld aller Deutschen an den Verbrechen gegen die Menschheit fest.

 

*   *   *
"Wie roh und primitiv [die Berliner] sind. Eitelkeit ohne echtes Selbstgefühl. Zivilisation (schön geputzte Zähne, elegante Krawatte, geschniegelter Schnauz, tadelloser Anzug), aber keine persönliche Kultur (Rohheit in Rede, Bewegungen, Stimme, Empfindung)." (1914)
"Berlin ist der Ort, an den ich durch die engsten menschlichen und wissenschaftlichen Bindungen gebunden bin." (1920)
"Deutschland gehörte in den letzten hundert Jahren zu den Ländern, in denen [...] die Tradition der Wertschätzung für Kulturgüter kräftig [war]. Auf solcher Basis schuf dieses Volk kulturelle Werte, die aus der modernen Entwicklung nicht hinweggedacht werden können." (1923)
"Ich fühlte mich schon als Knabe der Mentalität fremd, die in dem deutschen Staate mit seiner überspitzten militärischen Mentalität verkörpert war. Als mein Vater nach Italien zog, hat er mich auf meine Bitte hin ausgebürgert (Anm.: 1896), weil ich Schweizer werden wollte." (1933)
"Ich begründe [die Aufgabe der deutschen Staatsbürgerschaft] damit, dass ich nicht in einem Staat leben will, in dem Individuen nicht gleiches Recht vor dem Gesetz sowie Freiheit des Wortes und der Lehre zugestanden wird." (5. 4.1933)
"Ich kann die Passivität nicht verstehen, mit der die ganze zivilisierte Welt auf diese moderne Barbarei reagiert. Sieht denn die Welt nicht, dass Hitler den Krieg zum Ziel hat?" (1.10.1933)
"Die Deutschen sind ein durch schlechte Traditionen so übel verhunztes Volk, dass es schwer sein wird, eine Remedur (Anm.: Heilung) durch vernünftige oder gar humane Mittel zu erreichen. Ich hoffe, sie werden sich am Ende des Krieges mit Gottes gütiger Hilfe weitgehend gegenseitig totschlagen." (1942)
"Nachdem die Deutschen meine jüdischen Brüder in Europa hingemordet haben, will ich nichts mehr mit Deutschen zu tun haben." (1946)
"Die Deutschen als ganzes Volk sind für diese Massenmorde verantwortlich und müssen als Volk dafür gestraft werden. [...] Hinter der Nazipartei steht das deutsche Volk, das Hitler gewählt hat, nachdem er ihm seine schändlichen Absichten in nicht misszuverstehender Form in seinem Buche und in seinen Reden allgemein bekannt gemacht hatte." (1944)

 

 

 
8. Einsteins Verhältnis zum Staat Israel

Wegen seines entschiedenen Eintretens für den Zionismus wurde dem 73-jährigen Albert Einstein nach dem Tode des ersten israelischen Staatspräsidenten, Chaim Weizmann, 1952 angetragen, dessen Nachfolger zu werden. Er lehnte dieses Angebot jedoch ab, weil er sich als der Objektivität verpflichteter Naturwissenschaftler für ungeeignet und überdies zu alt für das Amt fühlte.
Erster Staatspräsident Israels war Chaim Weizmann (1874-1952), 1948 gewählt, gestorben am 09.11.1952.
Dessen Nachfolger wurde Itzhak Ben Zwi, 1957 gewählt, gestorben am 23.04.1963.

*   *   *
"Ich bin tief bewegt über das Anerbieten meines Staates Israel, freilich auch traurig und beschämt darüber, dass es mir unmöglich ist, dies Anerbieten anzunehmen [...] Mein Leben lang mit objektiven Dingen beschäftigt, habe ich weder die natürliche Fähigkeit noch die Erfahrung im richtigen Verhalten zu Menschen und in der Ausübung offizieller Funktionen. Deshalb wäre ich für die Erfüllung der hohen Aufgabe auch dann ungeeignet, wenn nicht vorgerücktes Alter meine Kräfte in steigendem Maße beeinträchtigen würde. Diese Sachlage betrübt mich um so mehr, als die Beziehung zum jüdischen Volke meine stärkste menschliche Bindung geworden ist, seitdem ich volle Klarheit erlangt habe über unsere prekäre Situation unter den Völkern."
"Wenn ich Präsident wäre, würde ich dem israelischen Volk manchmal Dinge sagen müssen, die die Menschen nicht gern hören würden."
 
 
 
 
9. Religion

"Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden. Auch ein Individuum, das seinen körperlichen Tod überdauert, mag und kann ich mir nicht denken; mögen schwache Seelen aus Angst oder lächerlichem Egoismus solche Gedanken nähren."
"Nicht nur habe ich keinen Glauben an einen persönlichen Gott, sondern solcher Glauben erscheint mir geradezu kindlich."
"Mein religiöses Gefühl liegt in der Bewunderung der Harmonie, die sich in den Naturgesetzen zeigt." (Alle drei Zitate aus dem Jahre 1952)
 
 
 
 
10. Der Mensch Albert Einstein

"Mir ist Behagen und Glück nie als Selbstzweck erschienen (ich nenne diese Basis auch Ideal der Schweineherde). Meine Ideale, die mir voranleuchteten und mich mit frohem Lebensmut immer wieder erfüllten, waren Güte, Schönheit und Wahrheit."
"Die banalen Ziele menschlichen Strebens: Besitz, äußerer Erfolg, Luxus, erschienen mir seit meinen jungen Jahren verächtlich."
"Ich persönlich empfinde den Höchstgrad des Glücksgefühls bei großen Kunstwerken. Aus ihnen schöpfe ich Geistesgüter beglückender Art von einer solchen Stärke, wie ich sie aus anderen Bereichen nicht zu gewinnen vermöchte."
"Der Wert der Leistung liegt im Geleisteten."
"Oft bedrückt mich der Gedanke, in welchem Maße mein Leben auf der Arbeit meiner Mitmenschen aufgebaut ist, und ich weiß, wie viel ich ihnen schulde."
"Ich bin ein richtiger 'Einspänner', der dem Staat, der Heimat, dem Freundeskreis, ja, selbst der engeren Familie nie mit ganzem Herzen angehört hat, sondern all diesen Bindungen gegenüber ein nie sich legendes Gefühl der Fremdheit und des Bedürfnisses nach Einsamkeit empfunden hat."
"Als das eigentlich Wertvolle im menschlichen Getriebe empfinde ich nicht den Staat, sondern das schöpferische und fühlende Individuum, die Persönlichkeit: Sie allein schafft das Edle und Sublime, während die Herde als solche stumpf im Denken und stumpf im Fühlen bleibt."
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher."