JOHANN-PETER-ECKERMANN-REALSCHULE

WINSEN (LUHE)

 
Studienfahrt der Klasse 10b nach Weimar
 
Unsere Studienfahrt nach Weimar
Goethehaus in Weimar
Vom 6. bis 10. September 2004 machten wir mit unserem Klassenlehrer, Herrn Hinkfoth, und Frau Krippner als begleitender Lehrkraft eine Klassenfahrt in das thüringische Weimar. Die Stadt Weimar ist eine der geschichts- und kulturträchtigsten Städte Deutschlands. Goethe und Schiller, die bekanntesten deutschen Dichter und Schriftsteller, lebten u.a. in Weimar und machten die zu diesem Zeitpunkt schon sehr kulturreiche Stadt zu einer der wichtigsten und angesehensten Städte des Landes. Vor dem Weimarer Nationaltheater erinnert ein imposantes Denkmal an die beiden Dichter.

Dass es in Weimar viel zu sehen gibt, wurde uns bereits klar, als wir bei herrlichstem Wetter einen ausgedehnten Rundgang durch die Stadt machten, um uns einige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Im Goethehaus erfuhren wir viele Details zu Goethes Leben; Goethes Gartenhaus, das Schillerhaus sowie das Eckermannhaus begutachteten wir von außen.

An Eckermanns Grab

Eckermann, der aus Winsen stammende Freund Goethes, war auch am nächsten Tag ein Thema, als wir den historischen Friedhof in Weimar besuchten. Eckermanns Grab sowie die Särge von Goethe und Schiller befinden sich auf diesem Friedhof. Da wir kurz vor Eckermanns Geburtstag in Weimar waren, legten wir einen Heidekranz zu Ehren Eckermanns auf dessen Grab nieder.

Einige Tage, bevor wir nach Weimar fuhren, war die dortige Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek zu einem großen Teil niedergebrannt; den Ort der Verwüstung sahen wir mit eigenen Augen. Nicht nur dies sorgte zeitweise für eine getrübte Stimmung, auch die Besichtigung des KZ Buchenwald, in dem viele tausend Menschen zu Tode kamen, war für uns alle sehr bedrückend.

Doch trotz des Besuches im KZ hellte sich die Stimmung dann wieder auf, als wir abends in einer Weimarer Kneipe zusammensaßen und es uns gut gehen ließen. Und auch an den anderen Abenden, die wir größtenteils in dem schönen, parkähnlichen Garten des Jugendgästehauses verbrachten, mangelte es nie an guter Laune.

Die Rudelsburg

Am letzten Tag der Fahrt ging es mit einem Ausflugsboot auf der Saale von Bad Kösen zur Rudelsburg. Von der dortigen Anlegestelle aus kletterten wir das steile, aber dennoch schöne Saaleufer hinauf. Wir konnten zwei Burgruinen, von denen eine teilweise restauriert worden war, besichtigen, wir konnten testen, wie gut man als Flachländer in der bergigen Gegend zurechtkam, was für einige von uns mit einem Sturz endete, oder wir konnten uns einfach nur hinsetzen, etwas verzehren und den Ausblick über das sonnige Saaletal genießen.

Es war eine lehrreiche und sehr schöne Klassenfahrt, auf der alle viel gesehen haben und viel Spaß hatten, doch eigentlich war die Fahrt mit fünf Tagen viel zu kurz. Die meisten von uns wären gerne länger geblieben.

Björn Esperling und Sven Faße


 

Das Konzentrationslager Buchenwald


 

KZ Buchenwald
Unsere Klassenfahrt nach Weimar führte uns auch in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald, an einem bewaldeten Abhang des Ettersberges, acht Kilometer nördlich von Weimar in Thüringen gelegen.

Das KZ Buchenwald war eines der größten nationalsozialistischen Konzentrationslager in Deutschland. Es wurde im Juli 1937 errichtet. Den Namen "Buchenwald" erhielt es vom sogenannten "Reichsführer SS", Heinrich Himmler. Das Gelände war ca. 40 Hektar groß und umfasste 35 Holzbaracken, 15 zweistöckige blockförmige Steinhäuser, das Häftlingskrankenhaus, eine Küche, eine Wäscherei, eine Kantine, mehrere Werkstätten, eine Desinfektionsstation, eine Gärtnerei und ab 1940 ein eigenes Krematorium.

Das ganze Lager war in drei Abteilungen aufgeteilt:

  • Innerhalb des bewachten und umzäunten Gebietes lebten die Häftlinge.
  • Außerhalb des Lagerbereichs befanden sich die Kasernen der SS.
  • Im äußersten Bereich des Geländes lagen die Arbeitsstellen der Häftlinge, wie z.B. ein Steinbruch.

 

Tor des KZ BuchenwaldAm 15. Juli 1937 trafen die ersten 149 Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen ein, unter ihnen waren Widerständler, Zeugen Jehovas, vorbestrafte Kriminelle und auch Homosexuelle. Am Jahresende waren es schon 2.561 Gefangene. Von da an wuchs die Zahl der Häftlinge in Buchenwald stark an. Im Jahre 1940 waren es 7.440, 1944 wurden 63.048 Männer und 24.210 Frauen gefangen gehalten, im Jahre 1945 waren es 86.232 Häftlinge aus über 30 Nationen. Insgesamt durchliefen 238.980 Menschen das Konzentrationslager und seine Nebenstellen. Es waren zunächst vor allem politische Gefangene, später auch in großer Zahl Juden.

KZ Buchenwald43.045 Menschen - andere Quellen sprechen sogar von ca. 56.000 Menschen - starben in Buchenwald, meistens aufgrund unmenschlicher Haftbedingungen. Allein bei der sogenannten Evakuierung des Lagers Buchenwald kurz vor der Befreiung durch die US-Armee im April 1945 kamen etwa 25.500 Menschen ums Leben. Von den Insassen wurden vor allem die Juden besonders grausam behandelt; viele von ihnen kamen auch bei medizinischen Experimenten qualvoll um. Aus der Haut ermordeter Gefangener fertigte man zynischerweise Gebrauchsgegenstände, wie z.B. Lampenschirme für SS-Angehörige.

Das Lager wurde am 11. April 1945 von den amerikanischen Streitkräften befreit. Nach Kriegsende nutzte die sowjetische Besatzungsmacht bis 1950 Buchenwald als Internierungslager. Amtlichen russischen Quellen zufolge wurden rund 28.500 meist deutsche Staatsangehörige in dem sogenannten "Speziallager Nr. 2" unter gleichfalls unmenschlichen Bedingungen interniert. Nach offiziellen Zahlen kamen in der sowjetischen Lagerhaft zwischen August 1945 und April 1950 mindestens 7.113 Menschen ums Leben.

Heute ist Buchenwald eine Gedenkstätte, in welcher u.a. tief beeindruckende Dauerausstellungen zu besichtigen sind. Außerdem finden ganzjährig fachkundige Führungen durch die verbliebenen Einrichtungen des früheren Konzentrationslagers und über das Gelände statt.

Katharina Zirpel