JOHANN-PETER-ECKERMANN-REALSCHULE

WINSEN (LUHE)

Studienfahrt der Klasse 10b nach Prag


 

Endlich hatten wir die Klassenfahrt angetreten - und schon waren die Zeiten fast vergessen, in denen wir nur nach Spanien oder "woanders, wo's halt warm ist" fahren wollten, aber dazu am Ende dieses Berichtes mehr.


 

Anreise (20.4.2009)

In Begleitung von Herrn Neises und Frau Beu traten wir unsere Fahrt am Montag, dem 20.4.09, an. Auch wenn die Anreise mit gut sieben Stunden doch recht lang war, waren wir froh, dass wir den Zug und nicht den Bus als Beförderungsmittel gewählt hatten, denn so konnte man sich doch einmal die Beine vertreten, auch wenn wir dies in den folgenden Tagen noch oft genug machten; aber das konnte zu diesem Zeitpunkt ja niemand ahnen.


 

Die Prager Burg

Tag 2 - fand gleich morgens seinen Höhepunkt im Besuch der Prager Burg, dem Hradschin. In unserer ersten von drei Führungen lernten wir, dass Prag sich insbesondere unter dem Einfluss von Karl IV. stark veränderte. Die Prager Burg, die 1541 durch ein Feuer stark beschädigt worden war, legte man im Renaissance-Stil neu an (Frau Franz sei gegrüßt, denn dank ihres Kunstunterrichts konnten wir doch einige Baustile zuordnen). Seit 1918 ist die Burg Amtssitz des Präsidenten der Republik.
Nachmittags hatten wir dann das erste Mal Freizeit und konnten Prag selbständig erkunden. Einige von uns brauchten dafür ein wenig länger als ihnen und Herrn Neises lieb war.


 

Zoobesuch und Stadtführung

An Tag 3 besuchten wir den Prager Zoo. Auch wenn wir bereits um 7:00 Uhr am Frühstückstisch sitzen mussten, konnten wir uns gut eineinhalb Stunden später zu den ersten 100 Besuchern des Pragers Zoos an diesem Tag zählen. Da nur ein kleiner Bus zu dem Zoo hinauffährt, stellte sich dies bei über 3000 Besuchern, die mittags auf dem Zähler im Prager Zoo standen, als gute Maßnahme heraus. So hatten wir dann doch viel Zeit im Zoo, um all die Tiere zu beobachten. Besonders konnte man hier die riesige Anlage der Giraffen bestaunen.
Am Abend dieses Tages führte uns dann Georg, unser zweiter Stadtführer, durch die Prager Innenstadt und erzählte uns einige schaurige, aber auch mystische Geschichten um und über Prager Bürger und Gebäude.
Zurück im Hotel hatten wir dann auch Herrn Neises' Plan durchschaut: Wir waren so kaputt, dass wir einfach brav sein MUSSTEN und ganz pünktlich ins Bett fielen.


 

Konzentrationslager Theresienstadt

Am Donnerstag, Tag 4, besuchten wir Theresienstadt. Theresienstadt wurde in Terezin eingerichtet. War diese Stadt bis Ende des 18. Jahrhunderts noch als Festungsanlage von Kaiser Joseph II. erbaut worden, machten die Nationalsozialisten aus dieser Stadt ein Konzentrationslager und 1940 aus der "kleinen Festung" ein Gestapo-Gefängnis. 1941 entstand dann ein Sammel- und Durchgangslager. Nach der Wannsee-Konferenz wurden seit 1942 in das Lager auch alte oder als prominent geltende Juden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern deportiert. In der NS-Propaganda wurde daraufhin Theresienstadt zum "Altersghetto" verklärt und während einer kurzen Phase als angebliche "jüdische Mustersiedlung" verschiedenen ausländischen Besuchern vorgeführt. Das "Theresienstädter Konzentrationslager" erfüllte also drei Aufgaben: es war Transitlager, es diente der Vernichtung von Menschen und - zeitweilig - der Nazi-Propaganda.
Diese Tagesfahrt wird sicherlich so schnell niemand von uns vergessen.


 

Ausklang und Rückreise (23. bzw. 24.4.2009)

Unseren letzten Abend verbrachten wir dann alle gemeinsam in einer Pizzeria und ließen die vorherigen Tage Revue passieren. Danach gingen wir noch gemeinsam in die Karaokebar, in der Frau Beu und Herr Neises ihr Gesangstalent unter Beweis stellen konnten.

Freitag fuhren wir dann das letzte Mal U-Bahn, um zum Bahnhof zu gelangen, und verabschiedeten uns von unserem ständigen Begleiter; schließlich kommt man ohne U-Bahn in Prag nicht weit.
Jetzt, wo man wieder in Winsen ist, denken wohl die meisten von uns schon ganz melancholisch an den tschechischen Spruch, der alle zwei Minuten durchgesagt wurde und den keiner verstand ...

An dieser Stelle wollen wir uns noch einmal ganz herzlich bei Herrn Neises und Frau Beu bedanken, denn besser hätte die Abschlussfahrt wohl kaum sein können, obwohl wir so viele Führungen machten (und das, wo wir doch alle schon Kopfschmerzen bekommen, wenn wir nur das Wort "Kultur" hören...)
Besonders den letzten Abend in der Karaokebar wird wohl jeder von uns immer in Erinnerung behalten, und er wird vermutlich noch auf Klassentreffen in zwanzig Jahren Thema sein! Vielen Dank!